Mittwoch, 28. Mai 2014

Uhus breiten sich aus

Über die Ausbreitung des Uhus berichten Focus online (Regional Mainz) und Echo Rhein-Main.

Noch  bis weit ins 20. Jahrhundert wurden junge Uhus aus den Nestern ausgehorstet und von Jägern zur sogenannte "Hüttenjagd" auf Krähenvögel, einer Lockjagd mit der lebenden Eule, die inzwischen verboten ist, verwendet. Auch intensive Bejagung hatte diese Art, die von Jägern als Konkurrent verfolgt wurde, fast ausgerottet. In den 1960-er Jahren gab es in Deutschland nur noch etwa 40 Brutpaare des Uhus.



Anfang der 1970-er Jahre begannen Naturschützer und Jäger mit verschiedenen Initiativen zum Schutz des Uhus. In einigen Gebieten wurden auch in Gefangenschaft gezüchtete Uhus ausgesetzt und der Uhu so wieder angesiedelt.

In Rheinland-Pfalz sind inzwischen wieder 300 bis 350 Brutpaare heimisch. Auch in Hessen, wo das erste Uhupaar 1977 im Kreis Limburg-Weilburg Junge aufzog,  ist der Uhu inzwischen wieder flächendeckend mit etwa 200 Brutpaaren verbreitet. Auch in Schleswig-Holstein, wo es seit Mitte des 19. Jahrhunderts keine Uhus mehr gab, wird der Uhubestand nach Auswilderungen seit etwa 1980 inzwischen auf etwa 400 Brutpaare geschätzt.

Uhus brüten bevorzugt in Wäldern, an Felswänden oder in Steinbrüchen. Da aber gute Brutplätze zunehmend knapper werden, brüten sie inzwischen auch in Ruinen, an Schutthalden oder in der Nähe von Mülldeponien. Ein besonderes Beispiel ist die Brut eines Uhus vor einigen Jahren im Hamburger Hafen inmitten der Schrottverladung auf einer Trennwand zwischen Kaimauer und Hafenkränen. Zunehmend wagen sie sich auch in die Nähe von Siedlungen und sogar in die Städte selbst, in denen sie ein reiches Nahrungsangebot finden. Sie erbeuten dort v.a. Ratten, Igel, Kaninchen, Tauben, Krähen und Enten. Neben den in diesem Jahr gemeldeten Brutplätzen in Marburg und Hildesheim wurde in den vergangenen Jahren auch von Bruten  in Osnabrück, Lüneburg, Lübeck, Oppenheim, und anderen Städten berichtet. In Hamburg brüten inzwischen mehr als 6 Paare. Interessant waren v.a. die Brut auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Leider brütet dieses Paar seit einigen Jahren nicht mehr. Auch aus vielen europäischen Großstädten wie Helsinki, Stockholm, Lyon, Marseille und Wien wurden Uhubruten gemeldet.


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